Sonntag, 18. Januar 2009

Russland, Frauen, Sterben

Was fällt einem nicht alles zu russischen Frauen ein, so viele Klischees gibt es: Anna Kournikova, matronenhafte Bäuerinnen mit Kopftuch, neureiche junge, nuttenhaft gekleidete Frauen mit ihren Freunden - die in Schidörfer einfallen wie ein Hornissenschwarm - dort was gut und teuer ist, aufkaufen und nicht zuletzt das Phänomen der russischen Frauen im Internet, die auf der Suche nach einem Partner (im Westen) dort präsent sind und welches oft nach der Kontaktaufnahme mit dem unbefriedigenden Ergebnis endet, dass entweder der Kontaktsuchende ziemlich abgezockt worden ist, an gebrochenem Herzen stirbt oder beides.

Wie komme ich auf russische Frauen ?
Tatsächlich machte ich bei einem Geburtstagsfest eine Bekanntschaft zwar nicht aus Russland, sondern aus Rumänien - dafür hat Sie einen russischen Namen.
Sie erfüllt ebenso ein Klischee, welches ich von russischen Frauen habe - allerdings leitet sich dieses von einer Kurzgeschichte von T.C. Boyle ab, die sich in seinem Band Fleischeslust befindet.
Interessanterweise lautet der Titel des Buches im Original without a hero, und von dieser Kurzgeschichte gleichnamigen Titels bezieht sich auch meine Assoziation.
Es finden sich in der Geschichte auch einige erstaunliche Paralellen auf meine derzeitige Situation.
Die Geschichte beginnt mit einem Epilog, wo die heiratswillige Russin den Ich-Erzähler anruft und Ihm mitteilt, dass sie Ihr Ziel erreicht habe, nämlich eine Heirat mit einem nicht allzu armen Amerikaner (naturalisierter Staatsbürger aus einem kleinen Vorort von Ankara) und Ihm gleichzeitig mitteilt, dass Er Ihr immer fehlen wird. Er verabschiedet sich daraufhin nur mit den Worten "Mach`s gut, Irina !".
Danach beginnt eine Schilderung einer turbulenten Romanze, die den Ich-Erzähler an den Rand des Wahnsinns bringt.

Ganz so schlimm ist es bei mir natürlich (noch) nicht, doch bei dem Geburtstagsfest hatte ich doch eine ungefähre Ahnung davon, dass sich das Gleiche auch bei mir vollziehen könnte.
Nachdem die meisten Gäste sich verabschiedet hatten, blieben P. - das Geburtstagskind, Ihr Exfreund A., der sympathische M. (wahrscheinlich auch ein Ex-Freund) und ich übrig. Unschlüssig wie wir alle damit umgehen sollten, lag die Lösung darin, dass wir uns alle betranken (P. natürlich am meisten - es gab auch Wodka), rauchten, Mensch ärgere Dich nicht spielten und Radio hörten (die Nachtschiene von 88.6).
Hin und wieder gab es kleinere Spannungen zwischen A. und P. - A. gab den leidenden, verletzten Ex-Liebhaber (erstaunlicherweise konnte ich mich gut in seine Situation einfühlen), P. war die zu Fleisch geratene Romanfigur Irina, die betrunken die rumänische Hymne sang, zur Musik tanzte und jeden so behandelte, als wäre nur derjenige wirklich wichtig für sie.
M. war der verlangsamte, junge Slacker, der irgendwie souverän über der Situation stand und ich war eine neue, vielleicht interessante Figur in P.`s Leben. Nachdem keiner Anstalten machte, die Party zu verlassen, mussten wir zumindest bis zur ersten U-Bahn bleiben. Es wurde 7 Uhr, bis es M. und ich schafften, die Entscheidung zu treffen, aufzustehen und uns zu verabschieden. Wir liessen P. mit Ihrem Exfreund A. zurück und fuhren gemeinsam mit der U6 ein Stück, wo wir uns angestrengt müde unterhielten. Dabei stellte sich heraus, dass auch M.`s Leben anscheinend vor einer grösseren Änderung stand, denn nach 8 oder 10 Jahren Wien wollte er demnächst wieder zurück nach Kärnten (von wo er herkam). Ich sagte Ihm, auch in späteren Jahren kann sich das Leben von heute auf morgen entscheidend ändern.
Er darauf: "das kann jeden Tag passieren" !

Was habe ich von der Nacht noch in Erinnerung ? Die Radiosendung brachte eine seltsame Mischung aus 80er-Jahre Musik und anderem Zeugs (z.B. von der EAV eine englische Fassung vom Banküberfall - a bankrobbery) - dabei blieb mir Eyes without a Face im Ohr hängen, eigentlich ein verdammt gutes Lied ...

Man wird in späteren Zeiten rückblickend die 80er als das dunkle Zeitalter (Kali Yuga ?) bezeichnen, all das Leder, diese blondierten Frisuren, die Kajallinie um die Augen und gleichzeitig diese Verletzlichkeit ...

Wieso eigentlich der Titel Russland, Frauen, Sterben ?
Die Geschichte without a hero bezieht sich auf ein Poem von Anna Achmatowa, wo jemand aus unglücklicher Liebe sich das Leben nimmt.

Diese russische Seele, wer mag sie verstehen ?
Verdammt, kaum wird der letzte Satz geschrieben, ruft auch schon P., diese russische Seele, an.
Ah, jetzt weiss ich auch, was die russische Seele ausmacht. Nämlich das "es kann jeden Tag passieren" - Tod, Liebe - Schmerz !

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