Donnerstag, 15. Januar 2009

Age of Aquarius

Wenn Astrologen fad ist, dann machen sie ganz merkwürdige Sachen:
So erstellte jemand, der aus irgendwelchen Gründen ins Krankenhaus musste und wahrscheinlich an Schlaflosigkeit litt, von allen Nachtschwestern (und evtl. vom diensthabenden Arzt) deren Geburtshoroskop.
Was dabei herauskam, ist, dass bei fast allen Personen, die im Krankenhaus Nachtschicht hatten, sich die Sonne im 12. Haus des Horoskopes wiederfand.
Den Weg in die Zeitungen fanden bereits die Horoskope von Sportlern und sportbegeisterten Menschen, wo sich eine Betonung des 3. Hauses fand.

Zuletzt las ich einen Ausschnitt von Jeff Greens Pluto: The Soul's Evolution Through Relationships Vol. 2, wo dieser eine Untersuchung bei Mitgliedern einer S/M-Kirche in New York durchführte.
Dabei kam er zur erstaunlichen Erkenntnis, dass bei 90 % der Leute eine Betonung des 6. bzw. des gegenüberliegenden Hauses, dem 12. Haus vorliegt. Die meisten Leute hatten auch den oberen Mondknoten im 12. Haus. Weiters gab es eine Betonung der Zeichen Jungfrau bzw. Fische.
Witzig finde ich, dass Green dieses Phänomen mit dem Christentum verbindet und auf ein Horoskop von Jesus Christus (durch Leiden zur Erlösung) zurückgreift. Dabei zeigte sich genauso die Betonung Fische/Jungfrau.
Und falls jemand in einen S/M-Zirkel einsteigen möchte, dann hilft ungemein eine gewisse Bibelfestigkeit, wenn nicht gar Psalmen auswendig rezitiert werden müssen, wo der Begriff "mein Herr" häufiger vorkommt.
Für mich ist das eher nichts, da ich beinahe streng atheistisch erzogen worden bin und mit der schwülen Kirchenatmosphäre nichts anfangen kann.
Vielleicht gehört dieser Archetyp aber eh ins vergangene Fischezeitalter - spätestens mit dem Beginn des Wassermannzeitalters, welches zwar nicht mit ringelreihen tanzenden Hippies, sondern mit Globalisierung, Handytelefonie und Internet verbunden werden kann, wird sich ein neuer Archetypus herausbilden.

Freitag, 2. Januar 2009

Sternzeit ... Logbucheintrag ...

In den Weiten des Weltraums traf ich Scott Bradley. Scheint eine Enterprise-Verarschung zu sein, ich befürchte aber, man muss schon ein Fan sein, um es auch lustig zu finden. Allerdings, ein Klick auf die Black Hole Cam und wir sind bei der Astrophysik.
Mein eigener Logbucheintrag: alle Antriebe laufen auf halber Kraft, Hilfsmotoren sind zwar ausgefallen, das macht aber nichts.
Das Leck in Herznähe gibt es auch noch, wird wohl einige Zeit benötigen, bis sich das wieder gibt.
Wenn die Energien und das Blut wieder zirkulieren, kann wieder volle Fahrt aufgenommen werden, dann und erst richtig dann geht es wieder los.
Übrigens: ich weiss nicht warum, aber die Viaticum von den E.S.T., schon eine ältere CD der Band, deren Pianist letzten Sommer verstarb, hat sich in meinem CD-Player festgekrallt und will nicht mehr raus. Gibt es Abhilfe ? Wahrscheinlich muss es einfach wieder ein wenig wärmer werden ...

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Zum Wohl

Noch einen guten Ratschlag für diejenigen, die zu Mitternacht mit einem rumänischen Freund oder Bekannten anstossen:
PROST gilt als ungemein unhöflich, wird damit das Gegenüber doch als Dummkopf bezeichnet. Es heisst also PROSIT NEUJAHR oder vielleicht ZUM WOHLE ;-) .
Also - auf ein neues ...

Dienstag, 30. Dezember 2008

Lesepause

Merkwürdig. Irgendwie schaffte ich es, mir eine fiebrige Erkältungskrankheit zuzulegen, die mir den Vorwand verschafft, tagelang im Bett zu verbringen. Das kommt bei mir eigentlich nicht allzu häufig vor - in ebenso grossen Abständen schaffe ich es dann, ein Buch durchzulesen. Ich brauche dafür also Zeit und Muse. Vor allem, da ich ja eher ein Langsamleser bin und eben dafür Zeit brauche.
Gerade absolvierte ich das erste Drittel von Zadie Smith Von der Schönheit - das Buch wird mir unheimlich. Vielleicht auch, weil es Wahrheiten des Lebens ausdrückt.
Es reflektiert ein bisschen auch meine Situation, es kommen aber auch noch Namen, Songtitel und Situationen vor, die mir sehr bekannt sind. Das hat schon etwas von C.G. Jungs Synchronizität an sich - mehr als sonst üblich.

Mich beschleicht aber ein bisschen der Verdacht (und da kann ich mittlerweile gut unterscheiden), dass dieses Buch für Frauen geschrieben wurde. Irgendwie geht es darum, dass sich Menschen finden, heiraten, eine Zeit lang miteinander glücklich sind, um dann rückblickend zu erkennen, dass die Heirat in eine Sackgasse führte (eben zumeist für die Frau - vor allem in einem traditionellen Rollenbild).
Es geht um menschliche Schwächen, Versagen und Scheitern. Ihr Fett kriegen übrigens sowohl Frauen als auch Männer, Konservative Moralapostel und linksliberale "Gutmenschen" weg.
Mal schauen, ob sich die Protagonisten da gut behaupten können ...

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Ein Schiff namens Unverdrossenheit

So, jetzt kann ich endlich folgenden Beitrag von Kid37 veröffentlichen, vom hermetischen Cafe, eines der ersten Blogs (wenn nicht überhaupt das erste), welches mir untergekommen ist:

Und dann höre ich diesen Satz, von dem ich denke, daß er irgendwo gefunden wurde. Aufgeschnappt, gelesen, und man sagt ihn, weil man hören will, wie er klingt, wie er sich anhört, laut, wie es sich anfühlt, nah. Eine gesummte Melodie wie ein aufgeschnappter Klingelton.

Zurück dann zum Schiff namens Unverdrossenheit. Hammer, Nägel, ein bißchen Holz. Das muß reichen, vielleicht geht es ja nicht weit hinaus. Den Geschmack noch auf den Lippen, das viele Blut im Mund, mühsam mit den tauben Händen an der Winde, Anker hoch und weiter dann. Was man will, nimmt man sich besser selber. Raubt es notfalls, kapert, stiehlt. Auf milde Gaben wollen wir nicht hoffen, jedermann sein eigenes Schiff.

Raus aus der See der Unverbindlichkeit. Das Gerede nicht mehr hören, den aufgesexten Glitzerquatsch. Der nachts nicht wärmt und nicht im Winter, selbst wenn er im Kamin verbrennt. Meine Träume, sag ich, sind schöner als deine. Du weißt nur nichts davon, du hast nie gefragt.

Diesen, schon etwas älteren Text habe ich mir gemerkt, kopiert, hatte damals Gültigkeit, hat jetzt Gültigkeit und wird weiterhin Gültigkeit haben.
Eine treffendere Beschreibung für meine jetzige Situation gibt es nicht. Der Text ist dort noch mit einem hübschen Bild versehen.
Auf zum Schiff namens Unverdrossenheit ...

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