Samstag, 8. September 2007

was ich kann

letztens traf ich meinen alten Freund R. im Malipop. Wenn wir uns was ausmachen, dann meistens ist es das Malipop. Zumeist ist die Musik dort in Ordnung und Margit ist dort sowas wie ein Fels in der Brandung (noch immer gibt es dort keinen CD-Player).
Irgendwann kam ein Schippel Leute herein, von denen mir zuerst einer auffiel - den kenn ich doch - und in Folge erkannte ich auch eine zweite Person.
Ist es Segen oder Fluch ? Ich vergesse nie ein Gesicht - ich wäre sicherlich ein guter Kopfgeldjäger im alten Wilden Westen - aber heutzutage im Computerzeitalter werden solche Talente ja nicht mehr benötigt, dass machen die Überwachungskameras.
Einziges Handicap: oft fehlt mir die Namenszuordnung - Namen merke ich mir nicht so gut. Aber ein Gesicht, welches ich zuletzt vor 20 Jahren gesehen habe - kein Problem. Gut, da gab es schon oft peinliche Szenen, wenn mir ein Name partout nicht einfallen wollte und ich mich mit einer geschraubten Umschreibung rette .
Jedenfalls erkannte ich also diese fremde Person im Malipop, dass ist doch der pensionierte Fiakerkönig aus dem Stück Fahr´ ma Euer Gnaden, welches ich zuletzt im Tschauner gesehen habe. Ja und der zweite ist der naive Stallbursche, na sowas.
Ich bin ja eher ein von Selbstzweifeln geplagter Mensch, aber das kann ich: mich auf Personen zu erinnern, die ich noch nicht so oft gesehen habe.

Donnerstag, 6. September 2007

this is london calling

Ein bisschen ist es schon zur Tradition geworden, dass ich mit meinem Sohn zum Schulanfang in ein Kino gehe. Sozusagen um die Schulanfangsdepro ein wenig zu lindern.
Diesmal auch unter dem Vorzeichen, dass D. zuletzt sich schon sehr bemühte, seine Grenzen auszuloten. Ich habe ihm dabei auch hoffentlich meinen Standpunkt klarmachen können (ohne dabei lauter bzw. hysterisch zu werden) und als vertrauensbildende Massnahme lud ich Ihn eben gestern zur Joe Strummer-Bio ein.
Er war einverstanden und so ging es in das Multplex in den 20. Bezirk, wo wir beide praktisch den Saal für uns hatten. Hatte ich auch noch nie, wie eine private Filmvorführung.

The Future is Unwritten: Joe Strummer

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Ich war ja nie so der Clash-Fan, obwohl ich damals doch eine Punk-Affinität hatte. Einen Auftritt der Clash sah ich folgerichtig auch nie. Weder im damaligen Porrhaus ganz am Anfang, noch in der Stadthalle (welches ziemlich arg gewesen sein soll - die weissen Riesen rasteten aus).
Dafür durfte ich Ihn einmal beim 2DaysaWeek in Wiesen mit seinen Mescaleros sehen. War feines Konzert - auch der Film bestätigte meine Meinung, dass diese Phase von Joe Strummer eigentlich die "gehaltvollere" war - nach seiner dunklen Deprophase, wirkte diese zweite Karriere wie ein Frühling nach einem Winter.
Übrigens - das letzte Konzert von den Mescaleros für die London Fire Brigade, wo auch Mick Jones kurz auf die Bühne hüpft, gibt es hier. Ironie: London`s burning war der 76er-Schlachtruf gegen Rassismus, Polizeiwillkür und Ignoranz - dafür durfte er sein letztes Konzert für die Feuerwehrleute spielen. Ist sozusagen die Absolution für den alten Zündler.
Der Film selbst ist eine ehrliche und unsentimentale Bio über ein Musikerleben, welches eine Schnittmenge aus Hippieidealen und Punkethos ergibt. Roter Faden - oder Hintergrund des ganzen Films sind seine BBC-Worldservice Shows "London Calling" und die Lagerfeuerszenen, wo fühere Freunde und Freundinnen ihre Berührungspunkte zu Ihm erzählen.
Was bleibt von Joe Strummer ?
Auf jeden Fall eine offene Bühne beim Glastonbury, die nach Ihm benannt wurde. Aber auch die Erinnerung an eine Figur, die versucht hat, sich nicht korrumpieren zu lassen.

Dienstag, 4. September 2007

Daily Horror

Pünktlich zum Schulanfang fängt der Geschirrspüler an, grössere Wasserlacken in der Küche zu produzieren. Ein Leck im ABflussschlauch, Verstopfung ? Verdammt.
Da trifft es sich gut, dass ein Schulfreund von meinem Sohn beschlossen hat, den Schulanfang mit viel Alkohol zu feiern. Endergebnis ?
Er liegte bei uns auf der Couch im Wohnzimmer, wo Ihm speiübel ist und immer wieder bedauerte, dass D., mein Sohn, nichts dafür konnte. Sein Vater holte Ihn ab, der natürlich gar nicht von dem Spektakel erbaut war.
Fehlt nur noch die übliche Verstopfung in der Toilette, dann wäre der Daily Horror perfekt.

Freitag, 31. August 2007

Neulich im Handyladen

Die Telefonrechnungen: ewig sind sie zu hoch, aber kein Wunder. Habe ich doch den ungünstigsten Vertrag ever. Deswegen halte ich verzweifelt Ausschau nach Alternativen und bin somit ein williges Opfer der Handyprovidermafia. Neueste Idee: anstelle eines Festnetzapparates ein Mobiltelefon, welches sich aber statisch zu Hause befindet und somit diesselben Funktionen erfüllt wie ein Festnetzapparat, nur billiger.
Sie arbeiten ja mit den allgemein bekannten Tricks: nur bis 31. August gibt es diesen Tarif, danach wieder den anderen. Dieses Handy um 0 Euro, das andere hat aber die und die Funktionen.
So ergab es sich, dass ich in einen Direktshop eines Providers taumelte, das Lockangebot von 15 Euro pro Monat vor der Nase, dafür aber 0 Cent Gesprächsgebühr in die bekannten Netze und bereit war, zum ersten Mal in meinem Leben einen Handyvertrag zu unterschreiben.
Den Rest gab mir, dass ein Handy mit MP3-Funktion um 0 Euro angepriesen wurde und zusätzlich ein Goodie ausgehändigt wurde in Form einer Yuppie-Tasche (Signaliwirkung: cool, jung und unabhängig).
Die Prozedur begann: ich nahm mir eine Nummer wie bei MA2412 (nein, keine Skiläuferstartnummer), wartete 20 Minuten und studierte aufmerksam die Aktionen und Angebote, bekam nicht mit, dass meine Nummer schon (über Terminal) aufgerufen wurde. Ich kam dann doch zu einem Schalter, der offensichtlich von einer Ferialpraktikantin bedient wurde und dementsprechend langsam war (nein, es war das Huii-Internet), Ausweise wurden kopiert, aus dem Lager wurde das anvisiertes Handy geholt (128 MB Speicher, Kamera, MP3-Funktion), Kontonummern übergeben, unterschrieben, gegengeprüft und zum Schluss ging es zum weiblichen Capo, die sorgsam darüber wachte, dass alles seine Gültigkeit hatte.
Wie sie dann sagte, so ich bekomme noch 49 Euro war ich zunächst baff, wies aber dann auf das neben Ihr hängende Plakat hin, wo das Handy ab 0 Euro angepriesen wurde.
Ja, sie hätten mir gesagt, dass dies nur mit einem Zusatzpackage, welches 5 Euro extra im Monat kostet, möglich wäre und ich entschuldigte mich, dass ich das so nicht mitbekommen hätte.
Kurz und gut, mein Rücktritt vom Vertrag wurde zur Kenntnis genommen und ich habe 1 Stunde unsinnig verbraten. Habe ich schon blödere Sachen gemacht. Sie arbeiten mit allen Tricks.

Donnerstag, 30. August 2007

ein bizarres Hobby

habe ich mir anscheined zugelegt. Wird zwar von anderen Verrückten auch schon länger ausgeübt, aber wie schon erwähnt, bin ich der Zeit etwas hinterher.
Ist vielleicht vergleichbar mit dem Zeitvertreib von S/M-Freaks, Brutal-Metalheads (Ohren müssen bluten) und Gothic-Fetischisten.
Die Spielregeln sind folgende: man erwerbe ein nicht ganz sinnloses Gerät (was man schon immer haben wollte oder unbedingt notwendig ist) zu einem Schleuderpreis bei ebay. Wichtig ist, dass der oder die Verkäufer/in sich in Wien oder Wien-Umgebung befindet, damit das Ding dort abgeholt werden kann, was sich bei grösseren Geräten wie z.B. bei einem Geschirrspüler schon auszahlen kann, wenn man sich den Versand sparen will.
Allerdings habe ich mir diese Manie auch bei kleineren Geräten angewöhnt - damit dies nicht allzu blöd ist, verbinde ich dies mit einer halbwegs sinnvollen Freizeitbeschäftigung, wie dort an Ort und Stelle eine Runde zu laufen oder fahrradzufahren.
So war ich letzten Sonntag wieder mal im Süden von Wien und bei meinem letzten ebay-Erwerb wurde ein Teil meines Heimatbezirks aufgesucht, der mir völlig unbekannt war.
Also ein wenig bescheuert ist das schon
  • um 1 Euro ein Schnurlostelefon zu erwerben
  • an einem Sonntag Vormittag nach Maria Enzersdorf zu fahren (mit MTB am Autodach)
  • die Adresse zu suchen (Hilfsmittel ist ein veralteter Stadtplan von Wien und Umgebung - damit es aber nicht allzuleicht ist, kann dieser ohne Lesebrille nicht wahrgenommen werden)
  • sich durchzufragen, indem man aufgeregt harmlose Passanten anspricht, die sich meistens selber nicht auskennen
  • am Ziel staunend festzustellen, dass die dortige Lebenssituation auch nicht wahnsinnig ausgefallen ist, allerdings wieder doch ganz anders ist, als zu Hause
  • anschliessend eine zugegebenermassen schöne Radtour absolviert
  • beim Ausprobieren des Schnurlostelefons feststellt, dass die wichtigste Taste, nämlich die "Hörertaste", nicht funktioniert
Ganz fatal ist es, wenn die Zieladresse sich in einer grösseren Reihenhaussiedlung befindet, um eine dreckige Espressomaschine abzuholen. Das hat schon Qualitäten wie eine griechische Legende, wo die Hauptfigur in einem Labyrinth umherläuft.
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