Komatrinker #1
Allerdings: googlen sollte man danach eher nicht, vernünftigere Suchergebnisse gibt es eindeutig bei Komatrinker.
So ging es also ins Waldviertel, verbrachten einen wunderschönen Tag mit unseren Töchtern an einem See und gegen Abend fuhren wir zu unserer Pension, welche ca. 17 km entfernt war und sich in einem 250 Einwohner-Ort befand.
Ich schlief dort entgegen meinen Befürchtungen hervorragend und konnte ausgeruht das Frühstück richtig geniessen. Garniert wurde der Kaffee durch die Unterhaltung mit unserer ältlichen Vermieterin.
Und jetzt kommt es: was erzählt sie für eine Geschichte ?
Von Dauergästen in Ihrer Ferienwohnung, die versucht haben, eine Wirtschaft zu pachten, dabei aber jämmerlich scheiterten.
Und: seitdem sie da wohnten, gab es 5 stärkere Eheauseinandersetzungen, wobei zuletzt auch die Polizei kam. Der Mann dürfte äusserst gewalttätig geworden sein (wahrscheinlich sind beide Alkoholiker) und die Vermieterin erzählte uns detailliert, wie der Mann seine Frau traktierte.
Resümee: entweder war es Zufall, zwei Geschichten in zwei Tagen zum selben Thema zu hören, oder diese Art von Konfliktlösung ist so verbreitet, dass man immer wieder darauf stossen muss.
Alkohol ist zumeist auch im Spiel.
Ich tippe stark darauf, dass aufgrund der Kinderkomatrinkerdebatte bald Alkohol die Rolle des gesellschaftlichen Buhmanns von der Zigarette übernehmen wird.
Mir scheint die nächste ID-Krise rollt auf mich zu. Mmmhh - Moment, vielleicht gehöre ich ja zur Läuferfraktion ? Blöd, allzu schnell bin ich ja auch nicht unterwegs - und bei 30 Krügeln im Schatten läuft es sich schlecht. Oder heisst es bei mir: ich laufe, so bin ich ?
Oder bin ich bei den Musikafficionados zu Hause ? Das macht schon Sinn, aber eigentlich ist Rockmusik mit Kurt Cobain gestorben ! Tabakrauchen macht auch schon lange keinen Spass mehr.
Die Nihilisten (wieso fällt mir da nur der Lebowski ein) ? Das isses.
Wenn das nur gutgeht, der Sommer wird lang, die Kinder gross und der nächste Regen ist nicht in Sicht. Auweia !
Nur gut, dass es 500 Beine gibt - das kann den Tag retten.

Sah ja Brant Bjork letzten Freitag in Wien nunmehr das zweite Mal. Der Typ ist einfach lässig, rockt los wie die Sau und wenn es sein soll, dann kann ein Gig auch schon mal 2 Stunden dauern.
Das nächste Mal werde ich der Band in Österreich hinterherfahren.

Was immer wieder fasziniert, ist der Anteil älterer oder beleibterer Läufern, die sich selbst überwinden können. Bei ca. km 27 (einer Wende) konnten wir eine ältere, grauhaarige Dame aus Dänemark vor uns sehen, die wir einfach nicht einholen konnten. Ihr Laufstil war elegant und es schien, als würde sie dies nicht das erste Mal (im Gegensatz zu mir) machen.
Schon der Start war bezeichnend. Während die meisten Hobbysportler nervös vor dem Start sich aufwärmten, sassen wir vier im Kaffeehaus, um uns mit einem kleinen Braunen zu stärken. 10 Minuten vor dem Start gingen wir mal zu den Startblöcken um uns dann ganz hinten einzureihen. Da wir alle eh nicht so fit waren, gingen wir es relativ gemütlich an

Das es eine etwas längere Laufstrecke als gewohnt war, liess sich auch daran erkennen, dass es nach der üblichen Plauscherei bei ca. km 30 dann doch stiller zwischen uns geworden ist. C. dürfte da seinen erwarteten Einbruch gehabt haben und ich zog Ihn bis km 35 mit. Die nächsten km liefen wir schweigend nebenher bis ich dann bei km 38 meinen Einbruch hatte. Diesmal zog mich C. mit. Ich erwartete krampfhaft das km 41- Schildchen, was nicht und nicht kommen wollte. Dafür kamen dann die Zieleinlauftore und die im Ziel trommelnde Sambabatteria mobilisierte bei mir die letzten Kräfte. Wie ein Formel-I-Sieger verspritzte ich den Inhalt meiner Mineralwasserflasche ins Publikum und der Sambabatteria.
Ich brauchte zwar über 5 Stunden, aber unter den Voraussetzungen war das Ganze nicht so schlecht.
Fazit: Der nächste Marathon kann kommen, vielleicht wieder in Prag ?