Donnerstag, 31. Mai 2007

Komatrinker #1

In Deutschland heissen die Flatrate-Teenager. Ist doch auch schön - habe ich von Monovynil.
Allerdings: googlen sollte man danach eher nicht, vernünftigere Suchergebnisse gibt es eindeutig bei Komatrinker.

Komatrinker #2

Noch ein Nachtrag zu Brant Bjork und zur gegenwärtigen Komatrinkerdebatte:
Da sieht man übrigens wieder, welche Auswirkungen mediale Pauschalvorurteile und deren Hetze haben können. Ich gebe es zu, ich habe mich da ein bisschen gehen lassen, aber wie es so schön heisst: wer frei von Schuld ist, werfe den ersten Stein (Joh 8,3ff).
Also nach
  • Juden und Zigeuner
  • Langhaarigen
  • linkslinken Chaoten
  • autonomen Gsindl und Punks
  • arbeitsscheuen Sozialschmarotzern
  • Ausländer, insbesondere die, die ein Kopftuch tragen
  • die EU generell
  • Tabaksüchtigen, die den Passivrauchern das Leben verkürzen
  • Umweltverpester, Ozonlochvergrösserer und CO2-Schleudern
sind jetzt also die Komatrinker dran. Wem übrigens auffallen sollte, dass in der obigen Aufzählung von Sündenböcken und Minderheiten die homosexuelle Fraktion fehlt, verweise ich auf LaMammas Beobachtungen in der Lobau. Ist auch insofern nachvollziehbar, da selbst unser liebstes Kleinformat im grossen Stil über den Lifeball berichtete. Ich gebe aber zu, dass dieses Thema genauso verlogen und oberflächlich behandelt wird, wie die negativen Beispiele in der obigen Auflistung. Das fällt halt dann unter die Rubrik Hollywood, Glamour und Pomp.
Aber zurück zu den jugendlichen Komatrinker. Wie schon beschrieben, war ich mit Rauhbein T bei Brant Bjork in der Arena. Die Details möchte ich Euch ersparen, aber es waren einige Biere, Dezibel und ein schöner, sommerlicher Vibe im Umlauf. Nach Konzertende verliessen wir also schön zugedröhnt und dennoch im Besitz aller unserer Sinne die Arena, wo uns eine Horde minderjähriger Mädchen - alle im selben Outfit - entgegenkamen.
Mein erster Tip war irgendeine Tanzparty im Gasometer, aber T meinte, dass die Arena auch schon 1 Euro-Partys veranstaltet. Das Outfit der Mädchen war irgendwie so:
  • kurzer, weisser Rock
  • Glitzergürtel
  • Jacke, die nur bis zum Bauchnabel reicht
  • solariengebräunt, dazu gefärbtes, schwarzes Haar
  • Turnschuhe
Früher hatten die meistens eine Red Bull-Dose in der Hand, welche sie aber im Zuge der Komatrinkerdebatte gegen eine Bierdose eingetauscht hatten.
Nach dem zweiten oder dritten Schwall dieser Mädchen entfuhr es uns. "Ehhj - die Komatrinker kommen" riefen wir Ihnen hinterher. Die Reaktion darauf verstand ich nicht ganz, es dürfte aber nicht allzu freundlich gewesen sein.
Schön, wenn man selbst nicht mehr zur Sündenbock-Zielgruppe gehört.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Parallelitäten und Frauengewalt

Unser Pfingstausflug führte uns diesmal ins Waldviertel. Rauhbein T und seine Tochter M, meine Tochter C und ich am Steuer meines betagten Automobils.
T ist Gammler der alten Schule und weiss eine Unmenge an bizarren Geschichten. So erzählte er auf der Hinfahrt auch diesmal eine merkwürdige Story.
Auf Anfrage über meine Nachbarin A, die er als Arbeitskollegin kennt und immer mit grosser schwarzer Sonnenbrille herumläuft (sie ist zu 85 % erblindet), erzählte er folgendes:
A ist, obwohl erblindet, keineswegs lebenunlustig. Zu ihren Singlezeiten versuchte sie auch immer, einen Mann für sich zu gewinnen.
Bevor sie eine feste Beziehung eingegangen ist, traf sie früher einmal einen Mann in irgendeinem Lokal, von dem sich später herausstellte, dass er ein leiblicher Sohn von Sean Connery wäre. Amerikaner, allerdings hatte Sean zeitlebens keinen Kontakt zu Ihm. Er dürfte einer von der harten Sorte gewesen sein, da seine Brust komplett vernarbt war - ein Andenken aus seiner Zeit als Marine.
Eines Tages kam es zu einer Eifersuchtsszene, da er aufgrund eines Telefonates daraus schliessen musste, nicht der einzige Freund von A zu sein.
A war gerade in der Badewanne und Connery erwürgte sie beinahe mit ihrer Halskette bzw. tauchte sie im Wasser unter. Irgendwie konnte sich A befreien und schrie laut um Hilfe. Connery flüchtete, nahm allerdings einen Wohnungsschlüssel mit.
Nach einer Woche Krankenhausaufenthalt traute sich A dann nicht nach Hause, da sie befürchten musste, dass dieser Ex-Marine sie in der Wohnung auflauern würde. Sie bat meinen Freund T darum, als erster die Wohnung aufzusperren. Er sperrte dann - zusammen mit einem weiteren Freund und bewaffnet mit einem Prügel - die Tür auf und ging in die Wohnung rein. GottseiDank war die Wohnung leer - und Connery`s Sohn tauchte nicht mehr auf .

So ging es also ins Waldviertel, verbrachten einen wunderschönen Tag mit unseren Töchtern an einem See und gegen Abend fuhren wir zu unserer Pension, welche ca. 17 km entfernt war und sich in einem 250 Einwohner-Ort befand.

Ich schlief dort entgegen meinen Befürchtungen hervorragend und konnte ausgeruht das Frühstück richtig geniessen. Garniert wurde der Kaffee durch die Unterhaltung mit unserer ältlichen Vermieterin.
Und jetzt kommt es: was erzählt sie für eine Geschichte ?
Von Dauergästen in Ihrer Ferienwohnung, die versucht haben, eine Wirtschaft zu pachten, dabei aber jämmerlich scheiterten.
Und: seitdem sie da wohnten, gab es 5 stärkere Eheauseinandersetzungen, wobei zuletzt auch die Polizei kam. Der Mann dürfte äusserst gewalttätig geworden sein (wahrscheinlich sind beide Alkoholiker) und die Vermieterin erzählte uns detailliert, wie der Mann seine Frau traktierte.

Resümee: entweder war es Zufall, zwei Geschichten in zwei Tagen zum selben Thema zu hören, oder diese Art von Konfliktlösung ist so verbreitet, dass man immer wieder darauf stossen muss.
Alkohol ist zumeist auch im Spiel.
Ich tippe stark darauf, dass aufgrund der Kinderkomatrinkerdebatte bald Alkohol die Rolle des gesellschaftlichen Buhmanns von der Zigarette übernehmen wird.

Donnerstag, 24. Mai 2007

Desertblues

Liegt es an den Aussentemperaturen ? Oder an der Luftfeuchtigkeit ? Kann gut sein - ich fühl mich ja auch ziemlich matschig, von meinen Gedanken nicht zu reden. Oder löse ich mich gerade auf ?

Mir scheint die nächste ID-Krise rollt auf mich zu. Mmmhh - Moment, vielleicht gehöre ich ja zur Läuferfraktion ? Blöd, allzu schnell bin ich ja auch nicht unterwegs - und bei 30 Krügeln im Schatten läuft es sich schlecht. Oder heisst es bei mir: ich laufe, so bin ich ?

Oder bin ich bei den Musikafficionados zu Hause ? Das macht schon Sinn, aber eigentlich ist Rockmusik mit Kurt Cobain gestorben ! Tabakrauchen macht auch schon lange keinen Spass mehr.

Die Nihilisten (wieso fällt mir da nur der Lebowski ein) ? Das isses.

Wenn das nur gutgeht, der Sommer wird lang, die Kinder gross und der nächste Regen ist nicht in Sicht. Auweia !
Nur gut, dass es 500 Beine gibt - das kann den Tag retten.

Dienstag, 22. Mai 2007

Schon was vor für Pfingsten ?

Nein ? Nun, dann könnte ich einen angenehmen Badeurlaub in Sardinien empfehlen - plus dazugehöriger Musikbeschallung.
Also wenn ich jung, reich und schön wäre - nein - nichts zu tun, bisschen Geld und viele Freunde - dann würde ich mich schnurstracks auf den Weg machen.

duna-jam-2007

Sah ja Brant Bjork letzten Freitag in Wien nunmehr das zweite Mal. Der Typ ist einfach lässig, rockt los wie die Sau und wenn es sein soll, dann kann ein Gig auch schon mal 2 Stunden dauern.
Das nächste Mal werde ich der Band in Österreich hinterherfahren.

Freitag, 18. Mai 2007

42,195 km in Prag

Das war er also: mein erster Marathon in Prag. Zusammen mit meinen chaotischen Laufpartnern und W. als Supporter, der die unangenehmeren Aufgaben übernahm.
Die Veranstaltung ist wahrscheinlich der einzige Marathon der Welt, wo einem bei km 25 ein Bier in die Hand gedrückt wird und sich im Ziel davon ebenfalls laben kann. Die Organisation war 1A, die Leute am Streckenrand enthusiastisch, die Musikkapellen (Rock, Jazz, Sambabatterias) spielten, was das Zeug hielt und die Streckenführung nach meinem Geschmack. Der Start- und Zielpunkt befindet sich in der Altstadt, über die Karlsbrücke geht es größtenteils entlang der Moldau (die insgesamt 5 mal gekreuzt wurde - eine sogar zweimal) auch durch weniger touristisch besetzte Zonen.

Bild-031

Was immer wieder fasziniert, ist der Anteil älterer oder beleibterer Läufern, die sich selbst überwinden können. Bei ca. km 27 (einer Wende) konnten wir eine ältere, grauhaarige Dame aus Dänemark vor uns sehen, die wir einfach nicht einholen konnten. Ihr Laufstil war elegant und es schien, als würde sie dies nicht das erste Mal (im Gegensatz zu mir) machen.
Schon der Start war bezeichnend. Während die meisten Hobbysportler nervös vor dem Start sich aufwärmten, sassen wir vier im Kaffeehaus, um uns mit einem kleinen Braunen zu stärken. 10 Minuten vor dem Start gingen wir mal zu den Startblöcken um uns dann ganz hinten einzureihen. Da wir alle eh nicht so fit waren, gingen wir es relativ gemütlich an

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Das es eine etwas längere Laufstrecke als gewohnt war, liess sich auch daran erkennen, dass es nach der üblichen Plauscherei bei ca. km 30 dann doch stiller zwischen uns geworden ist. C. dürfte da seinen erwarteten Einbruch gehabt haben und ich zog Ihn bis km 35 mit. Die nächsten km liefen wir schweigend nebenher bis ich dann bei km 38 meinen Einbruch hatte. Diesmal zog mich C. mit. Ich erwartete krampfhaft das km 41- Schildchen, was nicht und nicht kommen wollte. Dafür kamen dann die Zieleinlauftore und die im Ziel trommelnde Sambabatteria mobilisierte bei mir die letzten Kräfte. Wie ein Formel-I-Sieger verspritzte ich den Inhalt meiner Mineralwasserflasche ins Publikum und der Sambabatteria.
Ich brauchte zwar über 5 Stunden, aber unter den Voraussetzungen war das Ganze nicht so schlecht.
Fazit: Der nächste Marathon kann kommen, vielleicht wieder in Prag ?

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