Dance ...
Fließe mit dem Wasser in die Tiefe Deiner Träume
Atme im Wind die Weite des Himmels
Wachse in die Erde zur Quelle Deiner Kräfte.
(Indianische Weisheit)
L., ein Metalhead, drängt es ja immer zur PlanetMusic-Bühne und so erlebten wir als erstes klassischen 08/15-Metal mit Kastratenstimme (ächz). D. und ich suchten gleich mal eine Verpflegungsstation auf. L. trafen wir dann wieder bei der FM4-Bühne bei Roter Stern Silberstern, die ja ganz nett sind, aber da L. Ihre Freundin K. bei der PlanetMusic-Bühne treffen wollte, wanderten wir wieder zurück. Dort tobten gerade Schneiderberg (lt. Metalhead L. ähnlich zu Rage Against the Machine) aus Tirol, die überraschend gut föhnten - passend zu den stechenden Sonnenstrahlen, die jetzt das Wetterkommando ünernahmen.
Nach Ende ihres Gigs gings wieder zur FM4-Bühne, auf der gerade die Ska-Band Guadalajara losbretterte. Der Publikumsbereich war gut gefüllt und vor der Bühne wurde fröhlich getanzt. Sah witzig aus, denn manchmal vermischte sich der Trockeneisnebel von der Bühne mit der Staubwolke, die die Tänzer davor produzierten. Die Band war eindeutig sehr beliebt und Ihre Coverversion von I don' t like Mondays hatte schon etwas. Ich wartete allerdings schon etwas ungeduldig auf Quit Your Dayjob - nach Ende der Skaeinlage und einer relativ kurzen Umbaupause waren sie dran.
Ich kannte ja nur Ihren Smash-Hit "All Freaks are Out" und daß sie aus Schweden kommen (alle guten Rockbands kommen momentan entweder aus Kanada oder aus Schweden). War allerdings etwas verwundert, daß nach Guadaljara nur mehr wenig Leute da waren und so konnten D. und ich vor der Bühne ausgelassen tanzen. Mir fiel besonders eine junge Mutter auf, die mit Ihrem ca. 3-jährigen Sprößling zur Musik tanzte oder "den Flieger machte" (ähnliches machte ich früher auch mit D.).
Quit Your Dayjob waren zu dritt, überaus witzig, minimalistisch-punkig wie die Ramones, allerdings statt dem Bass übernahm ein alter KORG-Synth dessen Part. Manchmal produzierte der Synth auch so typische 80er-Jahre Soundschleifen wie z.B. bei Fade To Grey (Visage ?), vermischt mit der 50-er Jahre Twang-Gitarre (Cramps-ähnlich) war das ein toller Sound.
Danach konnte ich zufrieden das DIF 2005 verlassen und das Versprechen einhalten, welches ich meinem Sohn gegeben habe: Batman Begins - wir stinkend im klimatisierten Kino - super.
Ich und mein Sohn D. zu den Tomte: ganz nett, aber nach der 3. Nummer waren sie mir etwas zu eintönig, vor allem der Sänger kannte nur eine Tonlage.
Die Sterne aus einer halbwegs guten Position gesehen - sind zwar ähnlicher Stil wie Tomte, aber doch facettenreicher. Sie waren gut. Allerdings nach ca. 1 Stunde wurde mir der textlastige Deutschrock doch zu anstrengend.
C. angerufen, daß wir beim Telering-Werbebanner auf Ihn warteten. Kurz danach begannen Element of Crime - D. und ich schon müde, warteten ca. 20 Minuten, dann versuchte ich einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Naja - riesengrosses Gedrängel - ich hatte EoC schon paarmal gesehen, in der Szene, im Planet - sie können eine wunderbare, lauschig-melancholische Atmosphäre hinzaubern - aber am DIF als Samstagsheadliner ? Aufgrund der "nicht stimmigen" Atmosphäre, unserer Müdigkeit, der Menschenmassen und weil wir C. nicht trafen, traten D. und ich den Rückzug an. Zum Relaxen ist das DIF eindeutig nicht geignet.
Aber, man darf nicht versumpern, wie es mir am Freitag ergangen ist. Ausgemacht war: treffe Herrn T. um 19.15 wegen den Staggers, melde mich telef. 20.30 bei Frau L. (Hauptbühne - ächz) um später Herrn C. bei der FM4-Bühne zu treffen.
Wie sagte schon Brecht mit den Plänen ? Egal - mit dem Fahrrad hin zur Reichsbrücke, treffe um 19.15 T., der mir mitteilte, daß die Staggers schon um 18 Uhr gespielt haben (rundherum Getöse). Okay - trinken wir ein Bier etwas weiter weg - landeten bei irgendeinem Gewerkschaftsstand mit grauslicher Beachboyscovermusik, volles Programm - zweites Bier. T. erzählt mir die neuesten Geschichten - Schweizer Pensionistenehepaar hört aufmerksam zu um dann mit Ihnen (konservativer, rechter Kleinunternehmer) über die EU, Asylanten, die österr. Regierung zu diskutieren. C. ruft an - ich verstehe nichts. Ich rufe zurück - das Handyakku verabschiedet sich.
Die Telefonnummern weiss ich nicht auswendig, also eh wurscht. Nach dem x-ten Bier - T. war diesbez. sehr engagiert und auch die Schweizer schalteten sich dabei ein - wurde ich schon sehr träge.
Die Idee, mit dem Fahrrad zur anderen Seite der Insel zu gelangen wurde wegen Undurchführbarkeit verworfen. Okay, Kinderzimmerproduction versäumt - vielleicht kann ich sie mir mal in einem etwas intimeren Rahmen anschauen.
Samstag und Sonntag wird anders. Ich schwöre.
Stell ich mir lustig vor, wenn auf den sommerlichen Rockfestivals die Frage gestellt wird, wer ist das auf dem Leibchen, Michael Stipe ? - Naa, des is der Schri mit der Föhnfrisur !!!.
Collina geht übrigens zeitgleich mit Karl Moik in Pension. Hip, Hip, Hurrah !